Kategorie: Kultur

The Next Generation

Allgemeine Informationen:

The Next Generation ist ein Jugendtheatergruppe mit BremerInnen ( mit/ohne Migrationshintergrund und Geflüchtete), die seit 9 Jahren in Bremen inszeniert und aufführt. Im Vordergrund steht die Beteiligung der Jugendlichen, um Tänze, Gesang und Theatertexte aus Ihrer Sicht zu entwickeln. Die Trainer beschränken sich darauf, sie bei der Umsetzung dieser Inhalte mit den von ihnen gewählten künstlerischen Mitteln (Theater, Tanz, Gesang und Musik) zu unterstützen. Träger des Projektes ist das Bürgerzentrum Neue Vahr, gefördert von Aktion Mensch und Gewoba. Gegründet wurde The Next Generation im Jahre 2007.

gesellschaftliche Ausgangslage und Probelmstellung:

Next Generation hat das Ziel eine lokalen Beitrag zu leisten für das Bildungs- und Sprachangebot in Bremen. Der verpflichtende Sprachkurs für geflüchtete Menschen ist sehr theoretisch. Es fehlt den Teilnehmern an Übungsstunden, in denen sie Deutsch sprechen. Auch der Aufenthalt in Übergangswohnheime ist bei der Sprachenbildung eher suboptimal, da sie dort auch selbstverständlich eher ihre Muttersprache sprechen oder sich auf Englisch unterhalten. Wir wollen mit unserem Präventationsprojekt den Jugendlichen mündlichen Sprachpraxis anbieten, in dem wir gezielt in die Übergangswohnheime, Schulen, Kirchen, Moscheen und kulturelle Vereinigungen der Migranten gehen um sie dort bei Interesse mitzunehmen. Auch mündliche Propaganda ist dabei sehr hilfreich, mehr Menschen zu erreichen.

Die einheimischen Jugendlichen sowie die geflüchteten Menschen sollen durch unsere Gruppe Selbstbewusstsein bilden, bei uns einen Schutzraum entwickeln und die Erfahrung machen, dass ihre Vorschläge und Mitarbeit nicht belächelt, sondern ernsthaft besprochen werden und in die jeweiligen Sequenzen mit einfließen. Infolge dessen ist unser Projekt ein Sinnbild für die Verknüpfung von einheimischen Jugendlichen und geflüchteten Menschen. Alle bekommen eine Stimme

Das Projekt findet im Stadtteil Neue Vahr statt. In den 50er Jahren wurde die Neue Vahr komplett neu erbaut, vorwiegend aus Wohnblocks mit vier bis 20 Stockwerken. In den letzten Jahrzehnt hat sich dort ein hoher Migrantenanteil gebildet und ist in Bremen zu einem sozialen Brennpunkt geworden. Die Werkstatttermine finden allesamt im Bürgerzentrum (BZ) Neue Vahr e.V. statt. Mit diesem Anbieter haben wir in den letzten vier Jahren zusammengearbeitet und dadurch ein Bekanntheitsgrad erlangt, dass die Jugendlichen teilweise schon autonom zu uns gelangen. Feste Probetermine sind auf der Internetseite veröffenticht und im BZ Vahr ausgelegt. Um weitere Jugendlichen zu erreichen, sind wir auch in den sozialen Netzwerken aktiv, beispielsweise Facebook oder Instagram.

Des Weiteren ist unsere Projekt auch Werkzeug um Demokratie und Respekt herzustellen. Zurzeit sind wir über 15 verschiedene Nationen und jede Religion ist vertreten.

Ein weiterer Zusammenhang in allen einzelnen Aspekten ist die Persönlichkeitsbildung, die selbst verständlicherweise höher gestellt ist als das Theaterstück. All diese Aspekte weisen auf wie prozessorientiert Theaterpädagogik ist und wie persönliche, soziale und ästhetische Entwicklungen gefördert werden.

Ziele:

Unser erstes Ziel ist, neu angekommenen Flüchtlingen sofort die Möglichkeit zu bieten, sich zu beteiligen und mit ihren Stärken, Neigungen und Wünschen einzubringen. Die Gruppe der Aktiven bleibt daher offen bis zum Ende des Projekts, die Zahl der Beteiligten ist also nur eine Schätzung. Dass es möglich ist, neue Mitglieder – auch solche ohne Sprachkenntnisse – noch bis kurz vor den Auftritten auf der Bühne zu integrieren, haben wir im Vorprojekt erlebt. Wir laden nicht nur zur Mitarbeit im Projekt ein, sondern auch zur Bildung weitergehender persönlicher Kontakte zu anderen Gruppenmitgliedern. Zweitens wollen wir mit dem breiten Angebot an Betätigungsmöglichkeiten (künstlerisch, handwerklich, technisch) sicher stellen, dass sich alle Jugendliche gemäß ihren Stärken und Neigungen einbringen können. Das dritte Ziel ist die intensive Auseinandersetzung mit aktuellen persönlichen und gesellschaftlichen Problemen. Die Themen werden von den Jugendlichen gewählt und zunächst inhaltlich bearbeitet, ehe sie gemeinsam überlegen, was wie auf die Bühne gebracht werden kann.  Bei der Arbeit an den eigenen Standpunkten haben die Jugendlichen weitgehend freie Hand, das Leitungsteam wird jedoch darauf achten, dass Toleranz, Solidarität und die Achtung der Menschenrechte die dominierenden Werte bleiben. Das vierte Ziel ist die persönliche Entwicklung der beteiligten Jugendlichen: Durch die Arbeit in der Gruppe lernen sie zu kommunizieren, Konflikte zu klären und gewaltfrei zu lösen. Sie lernen,ihre Wünsche und Interessen mitzuteilen und zugleich die Bedürfnisse anderer Mitglieder zu respektieren. Sie gewinnen Sicherheit und Selbstvertrauen. Fünftens wollen wir dauerhafte Freundschaften zwischen den Beteiligten anregen, die über die Grenzen von Ländern und Kulturen hinweggehen und nach Projektende bestehen bleiben. Dazu dient insbesondere gemeinsames zubereitetes und verzehrtes Abendessen der ganzen Gruppe. Unser letztes Ziel ist die Jugendlichen zu befähigen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, sich darüber klar zu werden, was sie von ihrem Leben erwarten, wie sie sich einbringen wollen, und ihnen Mittel und Wege zu zeigen, wie sie die gesetzten Ziele erreichen können. Dazu dienen Einzelcoachings und die Arbeit in – anfangs angeleiteten – Kleingruppen. Es werden Themen von gemeinsamem Interesse gesucht. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von Perspektiven für den Einzelnen und die Gesellschaft, aber ob berufliche oder familiäre Fragen im Vordergrund stehen, Geschlechterrollen, Religionsfreiheit oder andere Themen gehen soll, das entscheiden die Jugendlichen.

Spenden:

Mit den Spenden werden wir Auftritte finanzieren, einzelne Jugendliche monetär unterstützen, beispielsweise bei schulischen Ausgaben oder Ausbildungsaufgaben. Außerdem sind gruppeninterne Veranstaltungen geplant um die Gruppendynamik zu fördern.

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