Kategorie: Kultur

Köfte Kosher – Jugendliche gegen Rechts!

Rechter Extremismus ist in Deutschland auch heute leider immer noch Alltag. Das Köfte Kosher-Jugendprojekt erinnert mit den Mitteln der Kunst an die Opfer rechtsextremer Gewalttaten.

Bereits 2012 fand Köfte Kosher erstmalig statt. Jüdische und muslimische Jugendliche haben damals an der Humboldtstraße im Bremer Viertel einen Gedenkort gegen rechte Gewalt geschaffen. Die Außenwände eines klassizistischen Trafohäuschens auf dem sogenannten »Bermuda-Dreieck« wurden dabei zu einem Gedenkort umgestaltet. 

Hierzu arbeiteten sich die Jugendlichen mit dem Köfte Kosher-Team in die Biografien von zwölf Opfern rechter Gewalt im Deutschland ein, die stellvertretend für 195 Personen stehen, die seit dem Mauerfall von Rechtsextremen wegen ihrer Religion, ihrer Hautfarbe, ihrer sexuellen Orientierung, einer Behinderung oder weil sie obdachlos waren, ermordet wurden. Auf der Grundlage von Fotografien der Ermordeten wurden Graffiti-Stencils erstellt und schließlich an der Außenwand des Gebäudes aufgesprüht.

Der Gedenkpavillon wurde im Beisein des Bürgerschaftspräsidenten eingeweiht. Das Projekt stieß auch überregional auf mediales Interesse. Über mehrere Jahre blieb der Gedenkort vor Verunstaltungen durch wildes Sprayen verschont. In den letzten beiden Jahren kam es aber zu Schmierereien, die eine Restaurierung dringend erforderlich machen.

Und so geht Köfte Kosher in diesem Jahr in eine zweite Runde: Gemeinsam mit 18 Schülerinnen und Schülern des Leistungskurses Gestaltung und Multimedia des beruflichen Gymnasiums der Wilhelm Wagenfeld Schule in Bremen-Huchting soll der Gedenkpavillon aufgewertet und neu gestaltet werden.

Die Wände werden von den Übermalungen befreit und zukünftig mit Plexiglasscheiben gegen eine Verunstaltung geschützt. Zugleich wird der Gedenkort um eine Online-Dimension erweitert: Durch den Einsatz von virtueller Realität wird ein rund um die Uhr zugängliches Museum erschaffen. Über QR-Codes, die sich mit jedem Smartphone scannen lassen können, gelangen die Besucherinnen und Besucher auf eine Internetplattform, die ein 360-Grad-Panorama des jeweiligen Tatortes abbildet. Weitere Texte, Bilder und Audiospuren werden eingebunden, die die Geschichte der Ermordeten vermitteln.

Mithilfe von speziellen Brillengestellen, in die das Smartphone eingelegt wird und die im direkten Umfeld des Pavillons ausleihbar sein werden, kann direkt vor Ort eine virtuelle Realität betreten werden. Eine neu gestaltete Website mit deutschen und englischen Texten wird den Gedenkort weltweit zugänglich machen. Schließlich sollen auch Führungen für Schulklassen und andere Gruppen angeboten werden. Der Gedenkort wird in seiner neuen Form der erste seiner Art in Deutschland sein!

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Kategorie: Kultur

Adresse: Bermuda-Dreieck | Humboldtstraße / Ecke Fehrfeld , 28203 Bremen, Deutschland